Warum wird Hauswasser nicht vom Wasserwerk entkalkt?

Schweizer Haushalte haben es gut. Trinkwasser kommt in bester Qualität aus unseren Leitungen. Dazu brauchen wir auch keine Pumpen oder riesige Wasserspeicher, welche die Landschaft verunstalten, wie das in den Metropolen der USA der Fall ist. Wir drehen den Wasserhahn auf und Quellwasser bester Qualität sprudelt aus der Leitung. Damit verbunden sind leider lästige Kalke, die sich überall ablagern und Haushaltsgeräte ruinieren können. Haben Sie sich einmal die Heizspirale des Wasserkochers nach einem Monat Gebrauch angesehen? Oder die Duschtasse, wenn sie länger nicht geputzt wurde? Oder die Brause selbst? Überall sehen Sie die Spuren von dem, was unser Wasser ausmacht.

Unser Wasser durchsickert viele Gesteinsschichten. Dadurch wird es gefiltert und rein. Zugleich wird es mit Mineralien angereichert. Kalk bildende Elemente, die dabei ins Wasser übergehen, sind unvermeidbar. Ein Teil dieser Elemente erweist sich im Haushalt als schädlich. Und zwar, wenn sie beim Erwärmen Bindungen mit Oberflächen von verschiedenen Gegenständen eingehen und sich als Krusten ablagern. Das beginnt bei der Warmwasseraufbereitung, wo Boiler mit zunehmender Verkalkung an Effizienz verlieren und endet bei Küchengeräten wie Kaffeemaschinen und Wasserkochern, die regelmässig entkalkt werden müssen.

Wer im eigenen Haushalt den Kalk loswerden will, bevor er sich niederlässt, greift zu Entkalkeranlagen, wie Sie die WS-Wasserenthärtung in allen Schweizer Kantonen anbietet. Vereinfacht die Wirkungsweise: Wasser wird durch ein Austausch-Harz geleitet. „Böse“ Kalkionen werden durch „harmlose“ Natriumionen ersetzt. Das Wasser wird dadurch entkalkt und weich gemacht.

Dieses Prinzip funktioniert aber nur bis zu einem gewissen Massstab. Sie können mit grösseren Geräten grössere Mehrparteienhäuser entkalken, aber keine ganzen Städte auf einmal. Dem Wasserwerk sind hier die Hände gebunden, weil es keine Entkalkungsanlage gibt, die diese Wassermassen weich machen könnte. Die einzig zuverlässige Methode, um riesige Wassermassen zu entkalken, wäre eine chemische. Aber möchten Sie Tenside im Trinkwasser haben? Wir nicht. Deshalb sollen die Wasserwerke das tun, was sie am besten können: Uns mit ausreichend Trinkwasser in bester Qualität versorgen. Um die Feinheiten kümmern kann sich jeder selber kümmern, der dies wünscht.